Gefahr im Verzug – B 15 neu zielt Richtung Dorfen (4.3.2020)

Man möchte meinen, es sei ein böser Traum – aber Dorfen wird tatsächlich schon wieder von einer Autobahn, diesmal in Nord-Süd-Richtung bedroht. Die Regierung von Niederbayern hat das Planfeststellungsverfahren für einen Abschnitt der B 15 neu eingeleitet. Die Pläne liegen bereits in Landshut aus. Besonders perfid ist dabei, dass es sich lediglich um ein 1,8 km langes Teilstück bei Ohu handelt, das aber mit einem langen Tunnel und der aufwändigen Isarbrücke schon extrem teuer wird.

Die Dorfener SPD wendet sich mit aller Entschiedenheit gegen diese Salami-Taktik. Dabei sollen jetzt schon auf diesem extrem kurzen Abschnitt vollendete Tatsachen geschaffen werden. Denn ist erst einmal die Isar überquert, dann wird eine „Ost-Süd-Verbindung zur B 15“ geschaffen. Diese steht nämlich bereits mit „vordringlichem Bedarf“ im Bundesverkehrswegeplan. Und die Folge wäre eine B 15 neu, die westlich an Taufkirchen, Dorfen und St. Wolfgang vorbeiführt. Dorfen hätte dann neben der A 94 auch noch die Zerstörung des gesamten Westbereichs. Denn diese vierspurige B 15 neu mit ebenfalls 26 Metern Breite ist nichts anderes als eine Autobahn.

Sie würde über den ehemaligen Hochbehälter verlaufen, die Oberdorfener Straße und den Seebach überbrücken. Direkt bei Niederham würde dann ein einziges Brückenbauwerk beginnen, mit dem die Isen, die Staatsstraße und die Bahn überquert würde. Unterhalb vom Bauern am Eck ginge es weiter durchs Fürmetzhölz Richtung A 94. Als „Autobahnkreuz Dorfen“ wären wir dann dabei bei den Premiummeldungen im Verkehrsfunk.

Dies darf definitiv nicht geschehen. Denn diese Autobahn B 15 neu brächte nicht nur die Verdopplung des jetzigen Lärms. Sie wäre eine zweite Lappachbrücke, aber direkt am Stadtrand und sechs mal so lang. Nach dem Süden wäre auch noch der Westen unwiderbringlich zerstört.

Nun zeigt sich, wie gefährlich die Taktik der CSU ist, einen schnellen Bau der B 15 neu, allerdings nur auf einer Trasse im Landkreis Mühldorf, zu fordern. Wir Sozialdemokraten haben immer vor dieser Sankt-Florians-Politik gewarnt. Denn Verkehrsminister Scheuer will diese B 15 neu als zusätzliche Nord-Süd-Verbindung nicht durchs bäuerlich geprägte Mühldorfer Hinterland führen sondern möglichst nahe am Flughafen und den Gewerbezentren des Münchner Umlands.

Wer die Lebensqualität in unserem einst so schönen Isental nicht endgültig dem Autobahnwahn opfern will, der muss wieder einmal Einwendungen schreiben. Diesmal gerichtet an die Regierung von Niederbayern in Landshut. Unsere tragische Niederlage bei der Isentalautobahn darf uns nicht in Resignation fallen lassen. Wie viele Autobahnen sollen denn noch gebaut werden, bis die Bayerische Staatsregierung erkennt, dass dies immer nur weiteren Verkehr anzieht. Die Erderhitzung wird zur Schicksalsfrage der Menschheit, so hat Professor Harald Lesch erst kürzlich im Dorfener Jakobmayersaal konstatiert. Wir müssen endlich handeln. Das heißt in Sachen B 15 neu: Die Salami-Taktik mit dem 1.8 Kilometer-Abschnitt über die Isar darf nicht realisiert werden.